IMMACONCEPT - Immaconcept (CD 2001, Eigenproduktion)
Eher ruhig mit vielen getragenen Parts kommen IMMACONCEPT aus Leipzig daher.
Man kann der Band den Stempel "Doom" ruhig abnehmen, obwohl kriechende Heulerei
ala erste CATHEDRAL sicher nicht der Fall ist.
Die Songs befinden sich allesamt eher im ruhigeren Tempo, obwohl öfter mal
ein wenig straighter losgelegt wird. Gleich von vorn herein: kein Produkt, dass man mal
schnell einfach so verdauen kann. Man muss schon die nötige Stimmung und
Zeit mitbringen, um das Teil auf sich wirken zu lassen.
Im Infoblatt erwähnte Einflüsse wie beispielsweise MY DYING BRIDE kann ich in
der Mucke nicht unbedingt direkt ausmachen. Die cleanen Vocals, gepaart mit
akustischen Passagen, erinnern mich eher an IN THE WOODS. ("This Cold Shine" ist
wirklich klasse!!) Der Sound ist gut und auch das Keyboard ist nicht zu
vordergründig. Einziges Manko ist in den schnelleren Passagen eindeutig das
Schlagzeug, deutlicher gesagt die Doppel-Fussmaschine, die doch etwas holprig
rüberkommt ("Moonstruck").
Bei den Passagen, die sich im weniger schnellen Tempo aufhalten, habe ich jedoch
keine Zweifel an der Qualität des Drummers. Laut Info-Sheet haben die Recken
ihren Sänger mittlerweile leider nicht mehr. Seine stimmlichen Qualitäten werden
wohl kaum oder sehr schwierig zu ersetzten sein, da er wirklich die eigene Note hat:
etwas kehlig, sehr variabel und auch die Art der Betonung. (Wer sich auserwählt
fühlt, sollte bei der Band mal vorsingen.) Ansonsten sehr stimmungsvoll und
atmosphärisch die Mucke, mit viel Melodie und Feeling, was mich wirklich zu keiner Zeit
abnervt.
Eine echt geile Scheibe, bleiben so doch einige Songs wirklich bei mir hängen und
ich hoffe für die Band, dass sie bald fähigen Ersatz am Mikro heranschaffen
können, um das nächste Teil abzuliefern.
Starke 5/7 Punkte!
IMMACONCEPT - SAME (56:23 min.) Eigenpressung/Selbstvertrieb
Doom Metal mit Goth Schlagseite, Goth Metal mit Doom Schlagseite? Man kann es drehen
und wenden wie man will, Immaconcepts musikalische Atmosphäre ist dunkel, ist
melancholisch, zum Teil tonnenschwer und besitzt im überwiegend aggressiven und
todesbleiernen Gesang Witalis einen kontrastreichen Gegenpart zu den molltönenden
Breitwand-Epen der Band.
"Melancholia Aeterna" ist dabei der beste Arbeitsnachweis der Band. Ruhig und verhalten
beginnend, steigert sich das Lied im weiteren Verlauf zu einer massiven Doom-Hymne par
excellence, während "Words Of Silence" sogar Referenzen an die mächtigen
MY DYING BRIDE offenbart. Gross auch "Immortal King", vor allem aufgrund seiner stets
präsenten und songprägenden, dennoch relativ verhaltenen Keyboards.
Immaconcept ist eine Band, die man im Auge behalten sollte.
Bewertung: 7 / 10 Punkten
IMMACONCEPT - "Debut"
Leipzigs Metal-Szene brummt und boomt. Das nächste vielversprechende Tondokument
kommt von IMMACONCEPT. Der Six-Pack spielt doomigen Death Metal ganz in der Tradition
von Paradise Lost zu Zeiten von "Lost Paradise" oder "Gothic". Diese löblich-düstere
Basis für gelungene Musik wird noch mit kleinen Anleihen aus dem Black Metal garniert. Dies
verdanken IMMACONCEPT besonders ihrem überragenden Sänger Witali, der
mühelos jede Stimmlage auf der Skala "kreischig hoch - böse tief" trifft und ewig
lang halten kann - alles ohne technische Hilfsmittel, nur mit Mikro.
Auf der Platte befinden sich zehn Songs, die während der 56 Minuten Spielzeit kaum
Schwachstellen oder Langeweile aufweisen. Absoluter Oberhammer ist dabei der letzte Song
'Immortal King', auf dem IMMACONCEPT noch einmal alle Register ihres Könnens abrufen:
verspielte Gitarren, traumhafte Keyboardteppiche, eine herrlich dunkel-düstere Stimmung,
über allem die geniale Stimme von Witali.
Leider wird dieser auf den hoffentlich noch folgenden Platten nicht mehr zu hören sein -
er trennt sich aus privaten Gründen, aber zum Glück im Frieden von seinen Kollegen.
[...](HK)
Bewertung: 11/15 Punkten
Nachzulesen in der Legacy 03/2003 Nr.19
>>
Private Meinung von Sabina Classen (HolyMoses)
Hi IMMACONCEPT,
habe mir gerade eure CD angehört. Also auf Titel 1 finde ich euren Sänger
nicht so gut, die tiefen Sachen sind cool, aber er leiert ganz schön doll…
ansonsten erinnert ihr mich sehr an Dark-Age, insgesamt finde ich die Musik
sehr gut die ihr macht. Die Produktion passt auch gut und das Cover finde
ich echt gelungen. Hoffentlich findet ihr einen neuen guten Sänger, vielleicht
auch 2, ein Sänger für die tiefen Sachen und ne Sängerin für die hohen Sachen…
aber aufpassen, dass der Sänger auch auf den langsamen Parts die so gezogen
gesungen werden müssen gut rüberkommt. Das hat euer alter Sänger nicht so gut
gemacht… aber insgesamt finde ich die CD echt gut! Kompliment!
Viele Grüße Sabina